#35 Muechtmëssbrauch an d'Wichtegkeet vu Feminismus feat. Jessika Rauch

Show notes

Jorelaang huet d'Jessika Rauch an der Privatwirtschaft geschafft, ier hatt de Courage hat, ze kënnegen an de Sprong an d'Selbststännegkeet gewot huet. Déi gebierteg Saarlännerin war scho beim SWR, Beiersdorf a Villeroy&Boch ugestallt. No engem hallwe Joer an Italien huet hatt dunn d'Decisioun geholl, Independant ze ginn.

Haut lieft a schafft hatt zu Lëtzebuerg am PR-Beräich. An dëser Episod schwätze mir iwwert Iwwergrëffegkeeten op der Aarbecht, firwat de Fluchmodus heiansdo ganz hëllefräich ass a wéi d'Jessika domat ëmgeet, kee Moiesmënsch ze sinn, an dat an enger Aarbechtswelt, déi dorop ausgeluecht ass.

Show transcript

00:00:09: Um es schon hautere Nacht geschafft, kriegt Schwarznischmann Jessica auf, hat er selbst standen im Bereich Public Relations und Kommunikation und hat an dem Bereich schon feiert singen über Berufsaufhalt.

00:00:22: Um ihr selbst abgefahren, erzählt Jessica, wie hat gelehrt wird, Klua-Grenzen zu setzen.

00:00:28: Und um es vor Tschüsskühlsab ist.

00:00:29: nur froh, wenn Stein Jessica an sich als G-Seite ein Frumurt, der man nicht gerechnet hat.

00:00:40: Also euch schon hautere Nacht geschafft,

00:00:42: kriegt.

00:00:46: Hallo, ich sitze hier mit Jessica Rauch.

00:00:50: Magst du dich unseren Zuhörerinnen einmal vorstellen?

00:00:54: Ja, gerne.

00:00:55: Erst mal danke für die Einladung.

00:00:56: Ich finde es ganz spannend und aufregend, dass mein erster Podcast sozusagen als Gast in einer Podcast und ich freue mich, weil das, finde Podcasts haben immer etwas sehr Intimes und wir kennen uns ja auch schon ein bisschen und dann ist die Sache irgendwie auch sehr gemütlich.

00:01:14: Ja, so soll es auch sein.

00:01:16: Schön, dass du da bist.

00:01:17: Danke.

00:01:18: Und ja, also ich heiße Jessica, Jessica Rauch.

00:01:20: Ich bin gebürtige Deutsche, bin auch mittlerweile seit ein paar Jahren schon Luxemburgerin, weil ich Luxemburg auch sehr mag, ist zu meiner Heimat geworden seit ungefähr elf Jahren.

00:01:30: Ich komme aber aus der Großregion, bin in Mettlach aufgewachsen und bin im Bereich, bin selbstständig unterwegs, im Bereich Public Relations und Kommunikation.

00:01:42: Hab aber, aber darüber sprechen wir gleich, natürlich auch noch ein bisschen einen anderen Parcours schon hinter mir, der vielleicht auch eher ein bisschen klassisch war und bin aber jetzt da, wo ich jetzt bin, ganz zufrieden.

00:01:54: Das ist schön und schön, dass du dann in diesem Mindset hier bist.

00:02:00: Lass uns anfangen mit deiner beruflichen Laufbahn, weil ich finde das immer mega spannend und deine hat dich ja auch schon an den anderen oder einen oder anderen Ort geführt.

00:02:11: Willst du da mal vorne anfangen?

00:02:13: Also zuerst war das ganz klassisch mit Gymnasium in Saarburg und dann vor meinem Studium in Düsseldorf habe ich eine Berufsausbildung gemacht beim Südwesternfunk in Mainz.

00:02:25: Zwei Jahre.

00:02:26: Und weil ich auch erst mal irgendwie arbeiten wollte und Geld verdienen wollte und trotzdem aber auch so ein bisschen in der Richtung Kommunikation natürlich schon irgendwo sein wollte, auch berufsmäßig.

00:02:36: Eine ganze Zeit lang wollte ich Journalistin werden, am liebsten Fernsehredakteurin und zu Reportagen machen.

00:02:43: Ich habe mir mal vorgestellt, dann bei Arte zu arbeiten und so die Panamerikaner entlang zu fahren und dann eine Reportage zu machen über viele Wochen, bis ich dann Irgendwann später auch beim SWR durch die Kontakte irgendwie dann gelernt habe, dass man das nicht so einfach jetzt machen kann.

00:03:00: Ich wollte auch immer bei National Geographic auf einem so einem Schiff arbeiten und dann so Reportagen schreiben.

00:03:07: Ja, es gab auch mal die Sendung, ich glaube auf Vox oder so, Wolken los.

00:03:13: Da ist die Moderatorin Jude, ich hab den Namen nicht mehr parat, ist immer auch um die Welt gereist und hat dann Menschen vorgestellt, Kulturen vorgestellt, war ein Traum, Stränden in super schönen Städten und ich, ja, das hat sehr viel Sehnsucht in mir ausgelöst.

00:03:27: Aber willst du kurz erzählen, was du?

00:03:29: beim Rundfunk genau gemacht?

00:03:32: Also es ist ein ewig langer Titel, so wie sich das für die deutsche Sprache gehört.

00:03:36: Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste.

00:03:40: Okay.

00:03:41: Fachrichtungarchive würde man dann sogar noch daran hängen.

00:03:43: Das heißt, im Prinzip war es die, es ist die Rechercheabteilung vom SWR gewesen, wo man dann auch zusammen mit Journalisten recherchiert, sowohl für Radiobeiträge als auch in Zeitungsartikel nach Informationen sucht und auch nach Bildern, wenn man historische Themen hat und Archivbilder braucht.

00:04:02: Also eigentlich ein ganz wichtiger Bereich, der ja auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch noch, zumindest ist das die Idee, dass das auch richtig praktiziert wird.

00:04:13: Und an der Basis sozusagen war ich da für zwei Jahre, genau.

00:04:16: Okay, spannend.

00:04:18: Und dann hat es dich wohin geführt.

00:04:20: Und

00:04:20: dann habe ich so ein bisschen parallel geguckt.

00:04:24: Also ich habe mich bei verschiedenen Unis beworben.

00:04:28: hatte eigentlich mal die Idee, Filmwissenschaften zu studieren.

00:04:31: Weil es hieß dann immer, wenn du Journalistin werden willst, ist es egal, was du studierst, du musst einfach ein Studium haben.

00:04:36: Irgendwas, das dich interessiert oder so.

00:04:38: Klar ist Politik, nicht Schlechtgeschichte, schadet nicht.

00:04:41: Aber im Prinzip wäre man da frei gewesen.

00:04:44: Und dann habe ich so ein bisschen rechts und links geguckt.

00:04:46: Aber letztendlich ist es dann Sozialwissenschaften geworden, also Soziologie, Medienwissenschaften und Politik in Düsseldorf.

00:04:55: zu ersten Bachelor und dann aber auch ein Master in politischer Kommunikation.

00:04:59: Und da habe ich aber dann schon, ich habe auch als Freie Journalistin gearbeitet, bei der neuen Rheinzeitung, bei der Rheinischen Post, also ganz klassisch.

00:05:06: Und damals irgendwie so fünf, zwanzig Cent die Zeile.

00:05:09: Ich glaube, Rheinische Post hat aber schon fünfzig, also es waren so diese Preise, wo du auch schon dachtest, wie werde ich denn mal davon leben können?

00:05:16: Schwierig.

00:05:17: Und dann habe ich auch so ein bisschen auch angefangen, so in Richtung Kommunikation mich mal.

00:05:24: so umzuschauen.

00:05:25: und dann gab es dann eine Agentur, die auch Kommunikationsagentur, die auch viel Textarbeit gemacht hat und aber für Kunden und das war dann ganz anders bezahlt.

00:05:36: Und dann war es schon auch der finanzielle Faktor, dass ich damals irgendwie so ein bisschen mehr in die Richtung Communications, PR und auch Unternehmenskommunikation so gegangen bin.

00:05:51: Und während ich Mein Master, also ich hatte eine Masterarbeit dann als Abschluss zu schreiben.

00:05:58: Und während ich die geschrieben habe, habe ich auch ein Praktikum gemacht in der Unternehmenskommunikation.

00:06:03: Das war in Hamburg, weil ich damals für die Liebe mit meinem damaligen Partner nach Hamburg gegangen bin.

00:06:08: Zuvor war ich bei einem, war ich noch in New York, habe da ein Praktikum gemacht, auch im Bereich PR.

00:06:16: Das habe ich schon auch aufregend.

00:06:18: Ja, das war super aufregend.

00:06:19: Vor allem, weil das war so ein bisschen Das Willerum-Boch aus Amerika beziehungsweise England, USA, Waterford-Wedgewood und die hatten einen Showroom mitten in Manhattan, so Madison Square Park und da dann irgendwie vier Monate zu sein und dann zu arbeiten und diesen ganzen Vibe auch.

00:06:43: Das war schon sehr cool.

00:06:45: Das war schon sehr cool.

00:06:47: Und mein Freund, der war damals, also mein damaliger Freund, war zur selben Zeit, hatte der auch ein Praktikum gemacht, aber im mittleren Osten.

00:06:54: Und dann haben wir uns danach quasi in Hamburg wiedergefunden.

00:06:56: Und während ich diese Abschlussarbeit geschrieben habe, habe ich ein Praktikum gemacht bei Bayerstorf in der Unternehmenskommunikation.

00:07:03: Da habe ich dann schon auch gemerkt, okay, diese Unternehmenskommunikation, ich meine, das ist ein Dachskonzern, das ist ein Großunternehmen.

00:07:10: Das hat mir schon sehr gefallen, das fand ich sehr spannend.

00:07:13: Aber es war auch ziemlich hart, weil in so einem Unternehmen geht es natürlich auch einfach viel um Zahlen.

00:07:19: Und es geht darum, das Geld auszugeben in der Kommunikation, dass man aber irgendwie auch wieder einnehmen muss.

00:07:24: Das heißt, der Druck war schon auch, den habe ich schon direkt auch gespürt.

00:07:27: Und das waren auch so diese Momente, wo ich so ein bisschen nach dieser ganzen Studienzeit, ich habe immer ein bisschen gearbeitet, klar.

00:07:33: Aber trotzdem ist es irgendwie der Ernst des Lebens, hat da noch nicht so angefangen.

00:07:39: Da hatte ich schon auch meine ersten Momente, wo ich dann heulend auf dem Klo saß und irgendwie dachte, wow, okay, das ist jetzt echt irgendwie ein anderer Druck.

00:07:48: Und ich hatte zwar immer sehr coole Chef-Finden übrigens, aber die waren auch alle so High Performance.

00:07:56: Also die waren, die haben mir sehr viel beigebracht, aber da war halt auch ein Anspruch.

00:08:01: Und ich bin froh, dass ich durch die Schule gegangen bin, aber es war auch natürlich in diesem ersten Jahr schon

00:08:06: ...

00:08:07: Auch nicht immer so ganz leicht.

00:08:09: Ja, krass.

00:08:10: Also, ist auch so verrückt.

00:08:11: Ich weiß nicht, ob unseren Zuhörerinnen es auch so geht.

00:08:15: Aber wenn du sagst so, das erste Mal, dass ich auf dem Klo geweint hab und wir haben alle so eine Zähne im Kopf.

00:08:22: Ja.

00:08:23: Wo es uns auch so ging.

00:08:24: Wie ging deine Laufbahn dann weiter?

00:08:27: Ja, dann, also ich hab ein Jahr, hab ich dort gearbeitet in Hamburg bei Beierstorff.

00:08:31: Und dann war aber die, das war zur Zeit der Finanzkrise, die dann in die Wirtschaftskrise überging, das war im Jahr Und da gab es dann keine Stellen, keine freien Stellen.

00:08:41: Dann haben die mir eine freie Stelle angeboten und ich konnte so ein bisschen frei arbeiten.

00:08:45: Das habe ich dann auch gemacht.

00:08:47: Aber aus dieser Situation heraus habe ich mich dann doch auch für eine feste Stelle dann bewerben wollen.

00:08:53: Weil man kriegt ja doch auch immer von zu Hause.

00:08:55: Also ich, von meiner Mutter vor allem, natürlich die Sicherheitsdenken mit eine feste Stelle ist besser als eine befristete, was ich heute gar nicht mehr so unterschreiben würde.

00:09:03: Aber dazu kommen wir auch noch.

00:09:06: Aber dann habe ich mich dann in Berlin beim, oh Gott, das ist jetzt auch wieder so ein langer Begriff, beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bevorben, also Lobbyverband.

00:09:17: Das war aber auch nur eine befristete Stelle, fand ich aber toll, weil es im Bereich Online-Kommunikation war.

00:09:22: Und ich da halt schon auch irgendwie so ein Projekt selbstständig dann auch leiten konnte schon, auch Budget und so wirklich von A bis Z. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht.

00:09:34: Und war halt in Berlin, dann bin ich immer gependelt.

00:09:37: Ja, ich bin wirklich auch für die Liebe dann wieder oder für den Job, wie man es nennt, für beides.

00:09:41: Ich wollte irgendwie beides haben.

00:09:42: Ich wollte meine Basis in Hamburg mit meinem damaligen Freund.

00:09:46: Ich wusste aber auch, okay, ich hatte mich natürlich auch in Hamburg beworben.

00:09:49: Da habe ich immer nichts gefunden.

00:09:52: Weil wenn man so ganz am Anfang ist.

00:09:54: Man hat dann so ein bisschen Berufserfahrung über das Studium schon, aber so während des Studiums.

00:09:59: Aber man ist eben doch noch Junior und dann hat man auch nicht immer die riesengroße Auswahl.

00:10:05: Und deshalb bin ich dann nach Berlin.

00:10:07: Hab das eineinhalb Jahre gemacht.

00:10:08: Eineinhalb

00:10:09: Jahre, jeden Tag.

00:10:10: Ja,

00:10:12: fast

00:10:12: jeden Tag.

00:10:12: Also ich hab viele Freunde in Berlin, das heißt ab und zu bin ich auch in Berlin dann geblieben bei Freunden.

00:10:17: Und dann waren wir auf, in Berlin ist ja immer was los, das heißt ich hab dann unter der Woche auch manchmal bin ich auch zweinächtig geblieben und dann waren wir bei irgendwelchen Veranstaltungen oder sind ausgegangen und dann am Wochenende konnte ich dann in Hamburg gemütlich sein.

00:10:29: Aber klingt anstrengend trotzdem, ne?

00:10:31: Ja und dann bin ich aber gar nicht so lange ja in Berlin geblieben, weil dann das war dann auch nur befristet.

00:10:37: Die haben dann zwar nochmal verlängert und Ich hab dann auch überlegt, erst mal anzunehmen, aber hab mich parallel auch umgeschaut und hab dann letztendlich eine Stelle bekommen in Mettlach bei Willoron Boch, wo ich dann ganz lange war.

00:10:51: Ich bin ja auch so mit Keramik aufgewachsen.

00:10:53: Ich liebe einfach auch alte Keramik oder auch Porzellan.

00:10:59: Mein Opa hat schon damals als Formenschlosser da gearbeitet.

00:11:02: Und meine Mutter auch eine Zeit lang so als junge Frau in der Produktion.

00:11:08: bevor sie dann ihren richtigen Job, Ausbildung und richtigen Job gemacht hat.

00:11:12: So eben richtig in der Teller, also zum Bemalen der Teller.

00:11:16: Ich fand das Büro mega.

00:11:18: Das war in so einer alten Benediktiner-Abteil und mit ganz alten Fliesen.

00:11:24: Also ich mag auch so Kulturgut echt gerne.

00:11:28: Und da hast du wie lange gearbeitet?

00:11:29: Da war ich

00:11:30: dann sieben

00:11:30: Jahre.

00:11:31: Und auch in der Kommunikation.

00:11:33: Ja, da habe ich in der PR-Abteilung angefangen.

00:11:36: und hab da so alle zwei Jahre eigentlich so ganz klassisch auch meine Schritte dann gemacht.

00:11:40: Also ich wollte da auch weiterkommen.

00:11:43: Ich hab mir immer vorgenommen auch, das hat sich dann schon so herausgestellt, dass ich auch gerne so in die Führung gehen möchte, also auch wirklich ein Team führen, was ich dann auch inhaltlich wirklich von der Arbeit her dann gestalten kann, aber auch mit Menschen und auch gerade auch mit jungen Menschen auch zusammenarbeiten und die auch vielleicht sogar Ja, denen auch so ein bisschen dann schon irgendwie helfen.

00:12:09: Auf ihrem Weg, das ist natürlich, als ich da angefangen habe, war das noch nicht der Fall, weil da war ich ja selber noch, da hatte ich dann gerade mal meine drei Jahre oder vier Jahre, ja, ein bisschen mehr als drei Jahre Berufserfahrung.

00:12:19: Na

00:12:20: ja, aber schon viel Erfahrung.

00:12:21: Aber schon ein bisschen Erfahrung, genau, auch schon viel irgendwie gesehen und gemacht.

00:12:26: Und dann ... bin ich dann von, also internationale PR für bestimmte Märkte.

00:12:32: Daraus wurde dann irgendwie so die globale Verantwortung für Tischkultur.

00:12:36: Da gibt es ja verschiedene Produkte im Bereich Bad und so.

00:12:38: Ich war dann für Tischkultur.

00:12:40: Und dann wurde ich auch zusammen mit einer Kollegin, haben wir uns die Abteilungsleitung geteilt.

00:12:46: Und genau, da war ich schon auch ganz selbstbewusst.

00:12:51: Ich hatte auch, wie gesagt, auch dort dann gute Chefin, die mich immer unterstützt haben.

00:12:57: Aber die haben immer, also meine ganzen Chefinnen haben aber immer einen Mann dann berichtet.

00:13:03: Und das war halt auch in dem Fall dann der Vorstandsvorsitzende.

00:13:09: war dann schon immer so, ja, du bist ja noch, du sind ja noch so jung.

00:13:13: Und da hat man immer so ein paar Sprüche dann gehört, die einen dann doch ja davon abhalten sollten, doch diesen nächsten Schritt zu gehen, weil man hat ja noch Zeit und so.

00:13:20: Und ich dachte immer so, was ist denn das für ein Argument?

00:13:23: Also, wenn man es fachlich argumentiert oder sagt, da fehlt noch die und die Kompetenz, ich habe zum Beispiel selber auch, das ist, glaube ich, was eher weibliches als männliches, als ich mich dann für die Abteilungsleitung beworben hatte.

00:13:37: Habe ich auch selber gesagt, dass ich mir wünschen würde, auch in der Anfangszeit von einem Coach begleitet zu werden, um auch einfach die Leute im Team angemessen zu führen.

00:13:47: Ich hatte das direkt angesprochen.

00:13:50: Das hat nicht jeder so direkt auf dem Schirm, dass man das machen kann und sollte.

00:13:56: Das

00:13:56: wurde mir auch tatsächlich, weil ich hab ja auch Menschen in meinem Umfeld gehabt, die ich auch gefragt habe, was denkst du, wie sollte ich das angehen?

00:14:05: Und das waren sowohl Frauen als auch Männer.

00:14:09: Da hab ich also immer irgendwie ein gutes Umfeld gehabt.

00:14:12: Und da hat man mir auch damals so das ... als Option.

00:14:17: Er gesagt, ja, aber du kannst ja sagen, vielleicht, dass du dich begleiten lassen möchtest.

00:14:21: Und dann fand ich das eine gute Idee

00:14:23: und dann habe ich das vorgeschlagen.

00:14:24: Ja, richtig

00:14:25: gut.

00:14:25: Finde ich auch einen guten Chip für unsere Zuhörer.

00:14:28: Ja, ja.

00:14:29: Dass wenn man irgendwie eine Führungsposition vielleicht den Aussicht hat, dass man das dann auch aktiv anfragen kann.

00:14:37: Absolut.

00:14:38: Ja,

00:14:39: weil das hilft einem auch, ne?

00:14:40: Weil man ja auch einfach nicht Man hat natürlich eine gewisse Erfahrung, man hat auch eine gewisse Vorstellung.

00:14:45: Wie möchte ich denn führen?

00:14:46: Das ist aber auch wichtig, sich das zu fragen, weil es gibt ja auch, und das war eben dann der Chef-Chef sozusagen, der hatte schon einen eher ...

00:14:58: Traditionellen Film.

00:14:59: Ja,

00:15:00: traditionell.

00:15:03: Das klingt so schön.

00:15:05: Ja, der war auch ein Micromanager, das kann man auch mal benennen.

00:15:08: Und daran glaube ich nicht so.

00:15:10: Also, weil ich selber immer schon so gestrickt war, dass ich gerne Verantwortung auch übernommen habe.

00:15:17: Mit einem engen Austausch natürlich, also klar auch, dass man immer weiß, man kann auch immer noch mal fragen, weil man ... auch an manchen Stellen im Projekt vielleicht dann nochmal hakt.

00:15:26: Aber grundsätzlich Verantwortung und deshalb habe ich das auch immer gerne gegeben.

00:15:31: Ich habe dann zwar auch gelernt, dass es auch Leute im Team gab, die gesagt haben, sie wollen gar nicht so viel Verantwortung, sie möchten eher ein bisschen enger geführt werden, dann ist das auch okay.

00:15:39: Ja, man muss es nur kommunizieren.

00:15:41: Man

00:15:42: muss kommunizieren.

00:15:43: Ja, von daher war das schon auch eine ganz spannende Zeit.

00:15:46: Ich habe da sehr, sehr viel gelernt.

00:15:48: Aber ... Da hab ich auch zum ersten Mal so ein bisschen, da hab ich so Erfahrungen gehabt über die, über die du ja auch sprechen wolltest, die so ein bisschen in die Richtung gehen, dass man eben doch in einer sehr Männerdominierten Welt, gerade in so einer Corporate Welt, als Frau und dann eben als junge Frau sich schon auch ein bisschen wachsam sein muss, was da so passiert und ob man das gut findet.

00:16:16: und wie man sich da vielleicht doch anders auch positionieren muss.

00:16:20: Und dann eben doch ein bisschen feministischer sein wird oder sein soll, als man das sich vielleicht so vorgenommen hat.

00:16:32: Oder als man es über sich selbst vorgedacht hätte oder so.

00:16:36: Ja, genau.

00:16:37: Ich habe mir nie vorgenommen, keine Feminismus an, aber ich habe immer irgendwie gedacht, Ich hab immer so ein bisschen das so gelebt als selbstbestimmte junge Frau.

00:16:46: Und ich wurde ja auch von allen Seiten da auch immer irgendwie, fühlte ich mich immer unterstützt.

00:16:53: Definitiv.

00:16:54: Ich hab auch zum Glück keine blöden Erfahrungen gemacht.

00:16:58: Ich kenn auch mittlerweile natürlich auch Mädels und Freundinnen, die einfach richtig, richtig schlimme Erfahrungen auch gemacht haben.

00:17:08: Das war für mich immer ganz weit.

00:17:10: Weg zum Glück.

00:17:12: Aber ich sag mal, so diese ganz normalen Alltags, normalen Alltags-Erfahrung, die leider irgendwie zum Teil normal sind und es aber nicht sein sollten, wie zum Beispiel dann im Büro, wenn eben einer aus dem Vorstand oder eine Führungskraft, die wesentlich älter ist, bei einem Weihnachtsfeier Moment so eine Bemerkung macht, wie Ja, und ach, ich glaube, wenn wir beide, wenn wir nicht in der selben Firma arbeiten würden, dann würden wir uns bestimmt treffen.

00:17:47: Dann würden wir vielleicht daten und dann und du so denkst, in welchem Film bist du gerade?

00:17:52: Ich bin in einem ganz anderen.

00:17:54: Aber natürlich respektiert man normalerweise diese Person aufgrund des Titels, aufgrund der Position.

00:18:01: Man hat immer einen professionellen Austausch gehabt und dann auf einmal geht das in so eine Richtung.

00:18:06: Und

00:18:06: das ist Machtmissbrauch.

00:18:08: Ja, das ist Machtmissbrauch.

00:18:09: Und das ist einfach nicht in Ordnung.

00:18:11: Und wenn man, ich weiß aber noch genau, wie ich mich in dem Moment fühlte, ich hab zwar sofort gefühlt, das ist ja überhaupt nicht okay, aber ich hab auch nichts gesagt.

00:18:21: Weil ich gar nicht wusste, ich war ein bisschen wie versteinert.

00:18:26: Ich bin dann irgendwann physisch aus der Situation einfach raus und hab dann darüber hinweg gesehen und hab das dann versucht.

00:18:33: gar nicht mehr in so eine Situation kommen zu lassen, ob das eher dann einfach vermieden.

00:18:37: Aber eigentlich müsste man halt wirklich auch sagen so entweder, nee, das denke ich nicht, oder auch so verstehe ich jetzt nicht den Kommentaren, finde ich jetzt irgendwie unangemessen oder sowas.

00:18:51: Heute würde ich das, glaube ich, eher machen.

00:18:54: Habe ich auch schon gemacht.

00:18:57: Immer irgendwie Respekt vor, weil ich auch immer schade finde, wenn man, es muss nicht gleich ganz awkward werden.

00:19:03: Aber einfach, wo man so ein bisschen die Energie wechselt und einfach sagt, ich glaube, an dem hier machen wir einen Punkt oder ich glaube, wir wechseln mal wieder das Thema.

00:19:14: Ja, ich glaube, ich habe auch eher die Tendenz, das dann ein bisschen ins Lustige so zu ziehen, also um den Vibe zu wechseln und klar zu machen, dass das keine Option ist.

00:19:27: Aber trotzdem irgendwie, weil man ja dann doch People Pleaser ist und die Person nicht.

00:19:33: Also eigentlich macht die Person ja in dem Moment, dass man sich unangenehm fühlt, aber man will selber nicht, dass die Person dieses Gleiche empfindet und will die quasi schützen, was eigentlich auch nicht in Ordnung ist.

00:19:49: Die andere Person könnte sich in dem Moment auch an komfortibl fühlen, weil sie die Situation selber.

00:19:57: herbeigeführt hat.

00:19:58: Absolut.

00:19:59: Aber das ist so.

00:20:00: Man möchte dann nicht selber auch noch irgendwie dieses

00:20:04: Fass ausmachen oder was auch immer man dann alles denkt, was ich tatsächlich auch immer noch denke in den Situationen.

00:20:12: Es ist gar nicht so leicht, das rauszukriegen.

00:20:16: Überhaupt nicht.

00:20:17: Ich meine, wenn es dann nur in Anführungszeichen bei so einem Spruch, der auch nicht mit irgendeiner körperlichen Geschichte irgendwie einhergeht, dann kriegt man das ja noch, dann kriegt man diese Kuh noch vom Eis.

00:20:32: Aber wenn man jetzt irgendwie sich vorstellt, es geht irgendwie ein Schritt weiter, dann wird es halt problematisch.

00:20:41: Und dann muss man, glaube ich, ich glaube, dann, also toll, toll, toll, toll.

00:20:46: in der Situation war ich halt noch nicht.

00:20:50: Aber dann muss man, glaube ich, schon auch einfach den Ton anders verschärfen und vielleicht auch ... Und nicht nur vielleicht, je nachdem auch dann körperlich einfach sehr klar.

00:20:59: Eine Geste oder sogar auch, weiß ich nicht.

00:21:02: Eine Grenze setzen.

00:21:03: Eine Grenze setzen einfach, ja.

00:21:05: Ja, und sich Hilfe holen.

00:21:07: Also auch wenn das vor allem, wenn es in einem Unternehmen passiert.

00:21:11: Das auf jeden Fall, ja.

00:21:12: Aber ich kenne auch eben Freundinnen, die waren schon in ganz anderen Situationen und die haben aber auch beschrieben, wie sie sich gelehmt fühlen und irgendwie dachten, okay, dann lasse ich das jetzt irgendwie bis zu einem gewissen Punkt natürlich dann am Ende immer nur über mich ergehen.

00:21:32: Aber versuche jetzt irgendwie trotzdem hier kein Ding draus zu machen.

00:21:37: Man will irgendwie kein Drama machen, obwohl die Situation dramatisch ist.

00:21:41: Aber eben verursacht

00:21:42: durch den Eindruck.

00:21:43: Und man ja eigentlich selber gar keinen Drama macht, sondern diese Person, die das gerade ein in diese Situation bringt.

00:21:51: Aber wir als Frauen haben immer das Gefühl oder ja, ich würde das auch jetzt nicht nur auf Frauen beziehen.

00:21:59: Ich meine, man kann in genauso unangenehme Situationen kommen.

00:22:04: Aber ich sage jetzt mal, wenn man klassisch so in Opfer ... Täterrollen denkt, dann ist das Opfer immer das, die Person, die keine Szene machen will.

00:22:19: Ja, und da denkt man dann natürlich schon ein bisschen anders drüber nach und versteht so, okay, wir haben doch sehr verkrustete Strukturen, die doch ...

00:22:30: benannt werden.

00:22:31: Genau.

00:22:32: Und wo man auch einfach selber für sich für einsetzen soll und auch vielleicht anderen, die in noch ganz anderen Situationen waren oder sind, vielleicht da auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, weil das ist ja auch oft hilfreich und da vielleicht versuchen da die richtigen Worte auch zu finden.

00:22:49: Ja, und Mut zuzusprechen, dass man sich wehren soll und dass man was sagen darf und dass die andere Person sich auch auf jeden Fall unwohl fühlen darf.

00:22:58: Jetzt habe ich das Wort gefunden, dass ich die ganze Zeit gesucht habe.

00:23:04: Nicht nur wir müssen uns in diesen Situationen unwohl fühlen, die andere Person darf und sollte sich auf jeden Fall auch unwohl fühlen, wenn sie sowas macht.

00:23:11: Auf jeden

00:23:11: Fall, ja, auf jeden Fall.

00:23:14: Auch wenn natürlich wir wissen alle, wie das dann läuft.

00:23:16: Wenn man das ansprechen würde, würde es dann heißen, ja, das war ja nicht so gemein.

00:23:20: Kann man denn gar nichts mehr sagen.

00:23:22: Ach, aber das war doch in einem Ganzen.

00:23:24: Man hat dann vielleicht auch schon zwei, drei Gläser getrunken und dann ist das doch alles nicht so schlimm.

00:23:28: Und da einfach auch es sagt, doch, das verändert den Fakt nicht, dass es nicht in Ordnung ist.

00:23:35: Punkt.

00:23:37: Wann, also hattest du so ein Schlüsselpunkt oder ein Gespräch vielleicht mit einer Freundin oder so, an denen du entschieden hast, doch ich bin Feministin?

00:23:47: Ja, also der Begriff, genau.

00:23:49: Mit dem Begriff habe ich mich immer, was heißt schwergetan, eigentlich auch nicht, denn ich habe natürlich auch, gerade auch im Studium, Zulgi und Politik, wir haben natürlich auch die eingängige Literatur gelesen, Simone de Beauvoir und dann auch, es gibt ja auch andere Autorinnen und Persönlichkeiten unserer jetzigen Zeit, die sich mit feministischen Themen beschäftigen, mit der Rolle der Frau und so weiter und sofort.

00:24:16: Also das Thema war immer da.

00:24:18: Und auch meine Mutter, die mir immer gesagt hat, versuch immer unabhängig zu sein und nicht abhängig von einem Mann.

00:24:24: Auch wenn sie ein sehr klassisches Leben hat, aber sie hat auch, ich muss sagen, ich bin mit guten Männern in meiner Familie aufgewachsen.

00:24:30: Deshalb war da zum Glück nie irgendwas.

00:24:33: Da war jetzt kein, da war keine blöde Situation oder so.

00:24:36: Aber ich bin also schon sehr im Prinzip feministisch aufgewachsen, aber ich habe das irgendwie nicht so benannt oder fand das irgendwie auch manchmal anstrengend, weil ich auch in der Vergangenheit zumindest auch mal ... Feministin begegnet bin, die ich dann vielleicht auch ein bisschen anstrengend fand und dann irgendwie dachte, aber so, ich verstehe das zwar, wofür die einstehen und so, aber finde ich jetzt doch vielleicht anstrengend, bin ich das, bin ich das nicht?

00:25:02: Ja, ich bin das, aber vielleicht nenne ich das anders.

00:25:04: Aber und dann hat auch ein guter Freund von mir immer gesagt, du bist Postfeministin, was auch immer das dann bedeutet.

00:25:10: Aber

00:25:11: du bist schon viel weiter.

00:25:12: Ja,

00:25:13: aber ich glaube, was er meinte war, weil ich halt vieles lebe als Feministin, ganz klar.

00:25:19: Und mich auch bei, in Beziehung oder auch jetzt mit Männern oder so, auch einfach stark zeige.

00:25:26: Genauso gerne, aber auch die, wenn die dann sagt, und heute backe ich was, und heute koche ich was, und heute mache ich es gemütlich.

00:25:33: Das schließt sich sowieso ja nicht aus.

00:25:35: Ich finde, die moderne Frau kann einfach selbst entscheiden.

00:25:40: Aber es ist halt trotzdem so, und das erlebe ich jetzt viel mehr als noch vor.

00:25:48: dass ich eben auch viele Freundinnen habe, die sind dann irgendwie schon geschieden oder die haben andere Geschichten erlebt, sowohl im Job als auch privat, wo ich dann einfach dachte, irgendwann, okay, das ist hier doch immer noch wahnsinnig wichtig, dass wir Themen benennen, dass wir dafür einstehen, dass wir auch auf die Straße gehen.

00:26:09: Und damit ist dieser Begriff dann auch ... Also der hat jetzt für mich nicht mehr diese Konnotation wie jetzt vielleicht vor zwanzig Jahren noch, sondern das ist richtig und das ist wichtig, dass es Feministinnen gibt, dass es den Feminismus gibt, überhaupt für Menschenrechte einzustehen, für Vielfalt einzustehen, für einen respektvollen Umgang in der Gesellschaft.

00:26:37: Und

00:26:38: das ist heutzutage, sieht man ja immer wieder, wichtiger.

00:26:42: Denn je.

00:26:43: Und es ist viel weniger selbstverständlich, als ich vielleicht selber dachte, dass es wäre, nur weil ich zum Glück andere Erfahrungen hatte.

00:26:53: Deshalb dachte ich so, na ja, so schlimm ist das ja doch alles nicht.

00:26:55: Ist doch eigentlich ganz gut.

00:26:56: Ich habe doch meinen Weg gemacht.

00:26:57: Ja, ein bisschen hier und da.

00:26:58: Und da musste man sich mal durchsetzen.

00:27:00: Und da hatte man nervigen älteren, alten weißen Mann oder so mal.

00:27:04: Okay, aber hm.

00:27:06: Ja.

00:27:07: Und das geht aber ja doch viel weiter.

00:27:08: Genau,

00:27:09: ja.

00:27:09: Ich glaube, es ist einfach volles.

00:27:12: Faktuell ein strukturelles Problem ist und die kann man nur ändern, wenn man sie benennt.

00:27:18: Absolut.

00:27:19: Das ist halt ein großer Teil davon.

00:27:20: Genau.

00:27:31: Dir ist in deiner beruflichen Laufbahn was aufgefallen, was quasi ganz wichtig für dich war, damit du jetzt besser ... mit verschiedenen Situationen umgehen kannst.

00:27:45: Also ja, vielleicht fange ich sogar auch irgendwie da an, dass ich mich in diesem Corporate Life dann so gefragt habe, gerade eben wegen dieses männlichen älteren Vorgesetzten und ich irgendwie so dachte, ist das wirklich so, wie ich arbeiten möchte und dann irgendwie so für mich festgestellt habe, na ja, damals war ich dann wie das Dingel.

00:28:11: Also allein, ich hab keine Kinder, keine Haus abzubezahlen, ich bin eigentlich sehr frei.

00:28:17: Und das brachte mich dazu, gepaart mit meiner großen Italien-Liebe, dass ich irgendwie dachte, ich glaub, ich möchte irgendwie anders leben und mir erst überlegen, wie möchte ich leben und wie kann ich da eine Arbeit integrieren?

00:28:38: Ja.

00:28:38: Mega gute Überlegung, die trauen sich die meisten Menschen gar nicht erst zu machen.

00:28:43: Also

00:28:43: ich kann auch jeden nur dazu natürlich ermutigen, das zu tun, aber deshalb habe ich es dazu gesagt, nicht jeder ist natürlich auch von der Situation so frei.

00:28:54: Ich glaube zwar, dass... Viele freier sind, als sie glauben, dass sie sind, weil natürlich hast du, du findest immer einen Grund, irgendwas nicht zu machen.

00:29:01: Und da kann ich natürlich nur dazu ermuntern, auch zu sagen, weil manchmal macht man ja vielleicht auch mit der Familie gemeinsam oder mit dem Partner gemeinsam überlegt man sich noch mal was Neues.

00:29:11: Und was ich dann im Prinzip gemacht habe ist, ich habe mir Geld zur Seite gelegt, ich habe angefangen italienisch zu lernen, weil das konnte ich damals noch nicht.

00:29:18: Die Liebe war zwar da, aber es war noch nicht so ausgereift.

00:29:21: Und dann habe ich gekündigt.

00:29:27: Aus dem achso-sicheren Job, der natürlich auch heute, also es ist immer alles so relativ, es gibt auch heute viele Menschen in Unternehmen, da wird dann auch gekürzt und die sind dann davon betroffen.

00:29:43: Aber natürlich war das auch Gespräch bei mir zu Hause, gerade bei meiner Mutter, die dann auch Natürlich getrieben und geprägt von ihrem eigenen Sicherheitsdenken.

00:29:51: Irgendwie sagte er aber, wie kannst du denn so eine sichere Stelle verlassen?

00:29:54: und so weiter.

00:29:55: Und da habe ich aber gesagt, ich habe so eine tolle Ausbildung genießen dürfen.

00:30:01: Und ich habe tolle Menschen, inklusive auch meiner Eltern, aber auch ganz viele andere gehabt, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin.

00:30:11: Und in dem Fall halt mir das Vertrauen gegeben haben zu sagen, ich weiß, wo meine Kompetenzen liegen.

00:30:17: Ich weiß, wie meine Kapazitäten auch sind.

00:30:22: Und ich kann eigentlich ganz viel machen.

00:30:26: Ich muss es nur machen.

00:30:28: Und dann diesen Moment, auch ich erinnere mich so gut an diesen Moment, dass ich gekündigt habe, weil das fühlte sich so stark an, weil es so selbstbestimmt war.

00:30:40: Und nochmal, ich bin auch ganz dankbar dafür, dass ich in der Situation war, das machen zu können.

00:30:48: und auch selber dann für den Rest gesorgt hat, weil man muss natürlich schon Finanzen sind, natürlich schon ein Aspekt, weil ich bin jetzt auch keine Backpackerin, die jetzt irgendwie irgendwo zeltet oder so, sondern ich wollte schon auch irgendwo ein Dach über dem Kopf haben, wenn ich reise und irgendwie so, dass ich jetzt nicht jeden Euro umdrehen muss, sondern auch bei den, ne, bin viel mit dem Zug gefahren dann in Italien und man kommt da ja schon gut von A nach B, aber ja, und ... Aber das zu machen und diese Reise zu machen, die war sehr, sehr wichtig und die war auch nicht nur sehr schön, weil Italien ein tolles Land ist,

00:31:24: sondern

00:31:25: ich habe auch nochmal da echt ein paar Dinge auch über mich nochmal gelernt und habe mir einfach diesen, im Prinzip habe ich so empfinde ich das Rückblick als Luxus, mich so viel nochmal auch mit Themen zu beschäftigen, die man vielleicht im Alltag, weil man sich arrangiert hat irgendwie.

00:31:42: Ja, stimmt.

00:31:43: Ein

00:31:43: bisschen integriert

00:31:44: und dann nochmal ganz anders den Kopf frei, oder?

00:31:47: Ja,

00:31:47: total.

00:31:47: Wie lange warst du da unterwegs auf dieser

00:31:49: Reise?

00:31:50: Ein halbes Jahr.

00:31:50: Ein

00:31:51: halbes Jahr.

00:31:51: Ein

00:31:52: halbes Jahr.

00:31:53: Und was war deine Haupterkenntnis, die du da mitgenommen hast?

00:31:57: Die Erkenntnis, also es fängt schon so in diesem Prozess an, als ich mich entschieden habe.

00:32:03: zu kündigen, weil natürlich war das jetzt auch nichts, was ich über Nacht entschieden habe.

00:32:06: Und das hat mich schon auch Mut

00:32:08: gekostet.

00:32:09: Und ich musste schon selber auch nochmal überlegen, mach ich das jetzt?

00:32:12: Und da hat mir tatsächlich ein Trainee, das in meiner Abteilung war, die hat mir eine ganz tolle junge Frau, die natürlich jetzt auch mittlerweile ihren Weg gemacht hat, die war Trainee.

00:32:23: Und die hat mir ein Buch gegeben, Big Five for Life, von, ich glaube, er heißt John.

00:32:30: Aber auf jeden Fall ist Tralecki, oder ist Tralecki.

00:32:34: Da geht es darum, das ist eine fiktive Geschichte.

00:32:38: Und da geht es um ein Unternehmer, der verschiedene erfolgreiche Unternehmen führt und die er alle so aufgebaut hat, dass er sich gefragt hat, was ist der Existenzgrund für dieses Unternehmen, warum gibt es das?

00:32:52: Und danach auch die Leute eingestellt hat, deren eigenes Ziel, warum sind sie denn?

00:32:59: Was ist denn so Ihre persönliche Mission?

00:33:01: Was sind Ihre persönlichen Ziele?

00:33:03: Dass das zusammenpasst.

00:33:06: Und im Prinzip regt das Buch dazu an, auch für sich selber so die Big Five vor Live, also in Anlehnung an, das ist eigentlich die Big Five, die man auf einer Safari sieht, die fünf großen Tiere, dass man sich diese Big Five aber für sein eigenes Leben irgendwie schreibt.

00:33:22: Was ist mir dann eigentlich wichtig?

00:33:23: Und auch selber überlegt, warum bin ich denn hier?

00:33:26: Ja, spannend.

00:33:27: Und das ist irgendwie interessant.

00:33:29: Ja.

00:33:30: Ich muss auch sagen, ich hatte in der Zwischenzeit, hatte ich schon meine nächsten Big Five for Life, weil das war ja im Jahr zwei Jahrzehnte.

00:33:37: Und die hatte ich dann auch irgendwann, also erhagelt,

00:33:40: sozusagen sagen.

00:33:43: Und eins davon war bei ihm auch zu sagen, okay, ich möchte einen Weg finden, mehr Zeit in Italien zu verbringen.

00:33:49: Also es sind auch teilweise solche Dinge.

00:33:51: Das sind nicht immer nur ganz... weiß ich nicht, ganz hochtragende Dinge, sondern es können auch wirklich so Wünsche sein einfach.

00:33:59: Und wie kriege ich das hin?

00:34:01: Und dadurch, dass ich mich dann selbstständig gemacht habe, was natürlich auch ein Weg ist, ich hatte natürlich ein paar Kontakte auch schon.

00:34:10: Ich habe auch fachlich genügend Erfahrungen gehabt, um mir das Gefühl zu geben, darauf kann ich aufbauen.

00:34:19: Aber dass ich das eben alles machen kann, von Luxemburg aus ja.

00:34:22: Natürlich, meine Base ist hier.

00:34:24: Ich liebe auch Luxemburg, ich liebe meine Wohnung, ich bin in Bonovar, ich bin total happy.

00:34:30: Aber ich bin eben auch sehr, sehr gerne in Italien, weil ich mich da auch zu Hause fühle.

00:34:34: Und dort eben dann auch zu sagen, und ich mach da vielleicht ein paar Tage Urlaub, ja, aber ich hänge da auch noch was dran, weil ich dann von dort aus auch was schreiben kann,

00:34:45: arbeiten

00:34:45: kann.

00:34:47: Und das, so diese Freiheit, diese Flexibilität zu haben und eben nicht dann zu fragen, weil wenn ich jetzt zum Beispiel nach Berlin fliege.

00:34:55: um Freunde zu besuchen und ich sehe, der Flug von Freitag bis Sonntag ist super teuer, aber von Dienstag bis Montag oder von Donnerstag bis Montag oder Dienstag ist günstiger, dann kann ich das machen.

00:35:06: Ja, dann hast du die Freiheit.

00:35:07: Dann habe ich die Freiheit.

00:35:09: Und dann mache ich manchmal auch, muss ich dann immer lachen, weil ich dann sage, okay, ich muss jetzt keine Chefin fragen und dann frage ich mich selbst.

00:35:17: Nadjes, können wir das machen?

00:35:20: Drei Tage länger bleiben?

00:35:21: Ja, mega.

00:35:22: Und dann mache ich das.

00:35:24: Und das ist ein ganz tolles Gefühl, das gibt mir auch Motivation.

00:35:29: Aber oder und?

00:35:31: Aber

00:35:32: oder und?

00:35:33: Natürlich, wenn das alles so ineinander übergeht, das Private und das Reisen und das Arbeiten, muss man sich manchmal wirklich ganz bewusst auch disziplinieren und zu sagen, okay, jetzt mach ich mal Urlaub.

00:35:46: Jetzt mach ich das Handy mal weg.

00:35:47: Ja, da hat man natürlich dann die Tendenz einfach immer weiter zu arbeiten, egal wo man ist.

00:35:53: Und

00:35:53: erreichbar zu sein.

00:35:54: Weil einer meiner, ich sag mal, was ich auch meinen Kunden gerne als Service gebe, womit ich auch selber dann zufrieden bin, wenn es funktioniert ist.

00:36:05: Ich bin flexibel, ich bin reaktiv, ich bin da.

00:36:08: Kein Problem, lass uns noch mal sprechen.

00:36:11: Morgen, alles klar.

00:36:12: Ich finde die Stunde.

00:36:14: Wir reden oder ich mache dies und jenes.

00:36:17: Man

00:36:17: will sich ja auch beweisen.

00:36:19: Ja,

00:36:19: schon.

00:36:20: Und man will auch einfach, also muss halt jeder für sich auch schauen, was ist einem denn wichtig.

00:36:25: Aber für mich ist es immer wichtig, dass ich eben auch einen guten Job mache.

00:36:32: Zuverlässig

00:36:32: bin.

00:36:33: Flexibel bin.

00:36:35: Dass die einfach danach sagen, Mensch toll und dass das auch so schnell geklappt hat.

00:36:38: Vielen Dank.

00:36:39: dann bin ich immer froh, also schnell und gut natürlich, nicht einfach irgendwie.

00:36:44: Und dass man da schon auch manchmal sagen muss, okay, jetzt mach ich aber mal irgendwie wirklich ein paar Tage, mach ich wirklich mal Urlaub.

00:36:54: Es ist wirklich schwer.

00:36:55: Es gibt meistens so ein großes Projekt, wo ich dann auch immer sage, wenn irgendwas ist, dann schickt mir eine WhatsApp.

00:37:02: In dem Moment, wo ich sage, denke ich zwar so, oh, bitte, schick, keine WhatsApp.

00:37:06: Aber

00:37:07: diese andere Teil ist eben so, ja, aber wenn wirklich, wenn ich helfen kann mit einer kurzen, mit einem kurzen Rat oder einer kurzen Antwort, dann doch lieber so, als dass sich jemand dann irgendwie quält oder so.

00:37:21: Andererseits kommt er natürlich auch ohne mich, Klanne.

00:37:26: Bist du dann in dem Moment gestresst, wenn die WhatsApp kommt?

00:37:30: Nee, eigentlich nicht.

00:37:31: Okay, das ist doch schon mal gut.

00:37:34: Weil das habe ich manchmal, dass ich dann schon gestresst bin, bevor ich überhaupt geguckt habe, was los ist.

00:37:41: Das ist einfach schon diese Angst, dass jetzt irgendwas größeres ist oder so.

00:37:48: Daran arbeite ich noch.

00:37:50: Verstehe ich gut.

00:37:53: Also, was ich schon mir auch irgendwo so aneignen musste oder lernen musste und vielleicht hilft das, ich denke mir dann zwar, okay, du bist erreichbar ja für den Notfall, aber niemand kann ja verlangen, dass du ständig auf dein Handy schaust.

00:38:08: Das heißt, was ich dann mache ist, ich gucke so vielleicht am Morgenvormittag und dann erlaube ich mir aber auch, wenn ich dann zum Beispiel am Strand bin oder so oder irgendwo, wo es auch wirklich dann keine Arbeitsatmosphäre dann ist, dann mache ich vielleicht auch wirklich einen Flugmodus rein.

00:38:27: Das ist übrigens immer mein Lieblings.

00:38:28: Also ich fühle mich dann immer... Einerseits bin ich ganz aufgeregt, wenn ich das mache, weil

00:38:32: ich denke, oh mein Gott,

00:38:34: ich mache den Flugmodus

00:38:34: rein.

00:38:35: Ich bin nicht erreichbar.

00:38:36: Aber ich freue mich dann so darüber.

00:38:38: Und wenn ich dann aber vielleicht am späten Nachmittag oder so nochmal schaue, dass man sagt, okay, falls jetzt noch was wäre, dann könnte man reagieren.

00:38:45: Dass man sich quasi schon vorher überlegt, okay, wann sitze ich irgendwo und kann kurz was abarbeiten, falls was wäre und auch dann erst guckt und nicht guckt, wenn man am Strand sitzt und irgendwie gerade gar keine Kapazitäten hat, um irgendwas zu machen.

00:38:59: Und es ist ja auch gut, dann auch abzuschalten.

00:39:01: Voll.

00:39:02: Ja, das ist auch sehr wichtig für die Produktivität.

00:39:05: Und das muss man übrigens auch für seinen gewöhnlichen Arbeitsalltag anwenden.

00:39:11: Weil wenn man den ganzen Tag über komplett unkoordiniert, die ganze Zeit irgendwie Mails checkt.

00:39:18: Absolut.

00:39:18: Das ist auch furchtbar, weil dann kriegt man nichts so richtig hin.

00:39:23: Deswegen versuche ich auch mir immer nur so zweimal am Tag mich hinzusetzen und dann in Ruhe mich nur um die Mails zu kümmern und dann den Rest des Tages.

00:39:32: Also ich sage das jetzt schon so, ne?

00:39:34: Ich schaffe das auch nicht immer, aber ich nehme es mir immer vor.

00:39:38: Verstehe

00:39:39: ich gut.

00:39:40: Also ich hab heute zum Beispiel auch, hatte ich meinen Flugmodus drin, weil ich den nachts immer reinmache.

00:39:45: Und ich hatte den aber auch bis heute Morgen noch um zehn Uhr drin, obwohl ich dann schon um neun auch irgendwie Mails geguckt hab.

00:39:52: Weil ich mir dachte, ich weiß, ich wusste auch gestern Abend schon, weil da kam noch was um neun, halb zehn, was aber bis heute Morgen Zeit hatte.

00:40:00: Und hab ich grad, okay, das mache ich dann auch direkt.

00:40:03: Und dann dachte ich aber, ok, damit ich das aber auch direkt abarbeiten kann, weil ich bin auch ein sehr ergebnisorientierter Mensch.

00:40:08: Ich habe meine To-Do-Liste und ich möchte da auch Sachen durchstreichen.

00:40:11: Denn sonst habe ich das Gefühl, was

00:40:13: hätte

00:40:14: ich nicht gemacht.

00:40:16: Dann habe ich also den Flugmodus dringelassen, damit ich in Ruhe was machen kann und habe dann erst geschaut.

00:40:21: Ja voll, das ist auch richtig gut.

00:40:23: Das muss ich mir auch mal abschauen.

00:40:25: Den Flugmodus nutze ich nie.

00:40:28: Vielleicht muss ich das mal ändern.

00:40:29: Aber hoffentlich.

00:40:30: Ja.

00:40:32: Ja.

00:40:33: Aber ansonsten, echt nie.

00:40:36: Ich hab dann zu viele Angst, dass irgendwas

00:40:38: passiert, was ich

00:40:40: dann vielleicht nicht mitkriege.

00:40:41: Kenne

00:40:41: ich von Freundin, ja.

00:40:53: Also, meine Frage ist, hängt so ein bisschen mit dem zusammen, was ich vorher auch über diese Big Five vor Live gesagt hab.

00:41:01: Und manchmal, wenn ich eine Entscheidung treffen muss, dann stelle ich mir vor, ich werde Protagonistin in einem Film.

00:41:10: Und dann frage ich mich, was ich mir wünschen würde, was die Protagonistin jetzt tut.

00:41:14: Und das hilft mir dann, die etwas mutigere oder spannende Entscheidung zu treffen.

00:41:18: Was würdest du dir wünschen, dass du als Protagonistin in deinem Leben tust, größter Wunsch oder vielleicht eine große Sehnsucht?

00:41:26: Und was hält dich davon ab?

00:41:28: Also mein größten Wunsch oder ... Was mir sehr, sehr, sehr viel gibt.

00:41:32: Den mach ich gerade.

00:41:36: Sehr schön.

00:41:38: Vor allem Journalistin zu sein und Menschen zu interviewen.

00:41:43: Das ist so mein Hauptdrive.

00:41:48: Und das muss immer was sein, was eine Wirkung hat.

00:41:51: Also irgendwie ein Wirken in der Welt, auch wenn es nur ganz klein ist.

00:41:56: Aber so, ich kann nicht einfach nur arbeiten, um zu arbeiten.

00:42:01: und auch nicht nur um mich glücklich zu machen, sondern irgendwie auch immer was, was andere anderen irgendwie was bringt.

00:42:10: Was ich mehr machen will, wenn ich mich als die Protagonistin meines Lebens vorstelle, ist auf jeden Fall mehr Reisen, weniger verkopft an Reisenrand zu gehen zum Beispiel, weil das ist ganz schlimm.

00:42:25: Ich weiß nicht warum, aber ich verbinde das in meinem Kopf mit Arbeit und Planung und in Vorfeld.

00:42:32: Ja, ja.

00:42:33: Und dann mache ich es nicht.

00:42:35: Und jetzt sind schon so viele Jahre wieder vergangen, seit ich auf meiner letzten großen Reise war.

00:42:41: Ich war in den Sechs Wochen in Ecuador alleine mit dem Rucksack und das war richtig schön.

00:42:49: Ich bin zwar keine Person, um alleine zu reisen, aber mit meinem Partner oder Freunden würde ich das schon gerne wieder mehr integrieren.

00:43:00: Ich halte mich nur selber davon ab, weil ich da immer so verkopft bin, was die Finanzen angeht, was die Planung angeht.

00:43:07: Ich plane nicht gerne.

00:43:08: Ich plane schon immer so viel im Job.

00:43:11: Und ich plane nicht gerne in meiner Freizeit.

00:43:14: Und das wäre vielleicht ein Punkt, an dem noch zu arbeiten ist.

00:43:19: Also ein

00:43:20: schönes Ziel.

00:43:21: Eine Reise.

00:43:22: Oder?

00:43:23: Ich

00:43:23: finde Reisen einfach ganz wunderbar.

00:43:27: Schöner sehen.

00:43:28: Ja.

00:43:28: Also ich vielleicht

00:43:29: schon malen,

00:43:30: wie es dann da ist und was ich dann da sehen werde und andere Kulturen kennenlernen und so.

00:43:36: Und das nicht so negativ sehen.

00:43:37: Ich weiß nicht, warum mein Kopf das...

00:43:39: Absolut, ein Reisen sollte positiv.

00:43:42: Ja,

00:43:43: ich glaube, das versteht

00:43:44: jetzt auch kein Mensch, der mir so hört.

00:43:46: Herr, was hast du denn?

00:43:48: Warum sieht sie das als was negative?

00:43:52: Im Vorgespräch hattest du mir erzählt, dass du null Morgenmensch bist.

00:43:56: Und das finde ich mega spannend im Kontext vom Berufsleben.

00:44:00: Da habe ich auch zum Beispiel mit Lin schon im Podcast drüber gesprochen, weil wir da ganz unterschiedlich sind.

00:44:06: Und sie zum Beispiel sehr morgenmensch ist und ich auch überhaupt nicht.

00:44:09: Und das hat mich in meinem Berufsleben schon mal die eine oder andere Nerven gekostet.

00:44:14: Der Berufsalltag ist schon eher auf Lärchen ausgelegt, als auf Euland.

00:44:22: Wie bist du damit bis jetzt klargekommen?

00:44:25: Hast du da irgendwie Learnings rausgezogen?

00:44:29: Oder ist es vielleicht auch so gerne ein Mittengrund für deine Selbstständigkeit?

00:44:33: Also ganz sicher ist es einen Grund oder sagen wir mal eine Sache, die ich sehr an meiner Selbstständigkeit schätze, dass ich zumindest mehr oder weniger mich selbst organisieren kann.

00:44:48: Aber natürlich gibt es auch Termine, die sind dann auch morgens und dann ist das auch in Ordnung.

00:44:54: Ich bin...

00:44:55: Solange Sie nicht um fünf sind.

00:44:57: Oh Gott, ja.

00:44:58: Ich hasse auch frühe Flüge.

00:45:00: Es ist wirklich egal, wohin ich fliege.

00:45:03: Und das kann noch so schön sein, wenn ich um sechs, sieben Flug habe, dann ist das immer höchststrafe für mich.

00:45:09: Aber man kommt ja mit allem klar.

00:45:12: Also es ist auch oft dann so ein Augenzug und durch.

00:45:14: Moment.

00:45:15: Aber ich sag mal, wenn ich so um acht schon irgendwo sein muss und dann einen Workshop oder sowas halten oder einen Termin, wo ich wirklich voll da sein muss, dann ist das schon.

00:45:29: Also dann, ich brauche halt morgens einfach ein bisschen Zeit.

00:45:32: So für mich.

00:45:34: Bis bei mir alles so läuft.

00:45:36: Ja, ich auch.

00:45:37: Es ist gar nicht so, dass ich jetzt muffelig bin, das gar nicht.

00:45:40: Aber ich bin einfach gerne ruhig.

00:45:42: Und ich bin, denkt man jetzt vielleicht nicht, weil ich so viel quatsche.

00:45:44: Aber ich genieße das sehr... Aber

00:45:47: wir haben ja Aussicht in Uhr.

00:45:51: Das genieße ich dann.

00:45:52: Aber ja, also durch manche Dinge musste man einfach durch.

00:45:55: Oder auch wenn ich dann mit in Asien vielleicht... Calls hatte dann, aber man organisiert sich und genauso habe ich es dann aber auch geliebt, mit Ländern zu arbeiten, wo es für mich dann erst abends wichtig wurde, weil dann konnte ich quasi sagen, ich mache ja heute länger, viel länger, das heißt, ich mache heute morgens dann so ein bisschen entspannter.

00:46:17: Was

00:46:17: war das Frühste, was du quasi in einem Corporate Job morgens anfangen musstest?

00:46:23: Oh, das ist eine gute Frage, in einem Corporate Job.

00:46:27: Boah, kann ich dir nichts sagen.

00:46:28: Bestimmt.

00:46:28: Ah, doch, ich weiß.

00:46:29: Oder

00:46:30: beim Rundfunk vielleicht.

00:46:31: Ja, nee, tatsächlich auch in meiner Villa und Bochzeit in Hamburg.

00:46:35: Da gab es ein Event auf dem Fischmarkt.

00:46:39: Damals habe ich auch noch in Hamburg gewohnt.

00:46:40: Ich bin ja auch gependelt, ne?

00:46:42: Also eine Zeit lang.

00:46:44: Und das war mit dem... Wie heißt noch mal der Koch?

00:46:47: Hänzler, Stefan Hänzler.

00:46:48: Genau.

00:46:49: Und das war so früh morgens, da musste ich, glaube ich, auch um sechs oder so auf dem Markt sein.

00:46:53: Das war hart.

00:46:54: Da war es noch dunkel.

00:46:56: Wenn es dunkel ist für mich, braucht man auch überhaupt noch nicht aus dem Bett aufzustehen.

00:47:01: Ja,

00:47:01: Wahnsinn.

00:47:02: Schön, dass du da

00:47:03: warst.

00:47:04: Ja, ich fand es auch ganz toll.

00:47:05: Vielen Dank.

00:47:06: Danke dir.

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